TÜV AUSTRIA AUTOMOTIVE
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Porträt:

Seilbahnen aus Leidenschaft

 
Bergbahn Kitzbühel

Das Wolfurter Unternehmen Doppelmayr steht für die weltweite Technologieführerschaft im Bereich der Seilbahntechnik. Das Weltunternehmen war der erste Produzent, der seine Sicherheitskomponenten nach der EU-Seilbahnrichtlinie 2000/9/EG zertifizieren ließ – vom TÜV AUSTRIA.

Sie ist das zur Zeit mächtigste Projekt, das der Vorarlberger Seilbahnhersteller Doppelmayr in den heimischen Alpen gebaut hat: Einer gigantischen Installation gleich macht die 3SBahn in Kitzbühel eine lang gehegte Vision der Kitzbühler Touristiker zur Realität: Sie verbindet seit drei Jahren die beiden Skigebiete Hahnenkamm/Pengelstein und Jochberg/ Resterhöhe durch die spektakulärste Dreiseil- Umlaufbahn der Welt. Das Projekt bildet über Täler hinweg die „Hauptschlagader“ des gesamten Skigebietes in der Region Kitzbühel.

Die spektakulärste Dreiseil-Umlaufbahn der Welt - die 3S-Bahn in Kitzbühel.

Dass die Wünsche der Kitzbühler so lange auf ihre Realisierung warten mussten, lag im technischen Anspruch des Projektes: Erst die jüngsten Entwicklungen aus den Hallen des Weltmarktführers Doppelmayr-Garaventa machten es möglich, den Saukasergraben in seiner gesamten Breite direkt zu überspannen. Das Besondere an der neuen Dreiseil-Umlaufbahn ist der Bodenabstand von bis zu 400 Meter über dem Talboden sowie das enorme Spannfeld von rund 2.500 Meter. Zur Verdeutlichung: Für den Bau der Bahn war außer den zwei Stationsgebäuden mit den vorgelagerten Stützen auf einer Gesamtlänge von etwa 3,7 Kilometern nur ein einziger weiterer Tragpfeiler notwendig. „Die 3S-Bahn von Kitzbühel ist sicher eines unserer technisch und optisch interessantesten Projekte, die wir in den letzten Jahren umgesetzt haben“, erinnert sich Ekkehard Assmann, Marketingleiter und Sprecher von Doppelmayr.

Branchengrößter

Das Wolfurter Unternehmen hat bislang weltweit 13.700 Anlagen realisiert. In der Referenzliste finden sich dabei äußerst unterschiedliche Projekte. Die Produktpalette reicht vom seilgezogenen Nahverkehrssystem Cable Liner Shuttle, das ganze Stadtteile (Las Vegas oder – ab 2008 –Venedig) oder Flughäfen verbindet, (Mexico City, Toronto, Birmingham), über das angestammte Segment der Personenseilbahn für den alpinen und städtetouristischen Einsatz bis hin zu Materialseilbahnen, automatischen Hochregallagern und der Entwicklung von Erlebniskonzepten am Berg.

Seilbahn in Sotschi

Jüngste Weltneuheit aus den Ingenieur-Büros der Doppelmayr-Gruppe: Der Mountain- Glider, der im belgischen Vergnügungspark „Walibi“ in der Nähe von Brüssel Anfang Juni in Betrieb genommen wurde. Dabei handelt es sich um einen neuartigen Erlebnis-Ride, der sowohl am Berg als auch in Vergnügungsparks eingesetzt werden kann. Im Funpark „Walibi“ werden Besucher mittels Aufzug auf einen 55 m hohen Startturm befördert und können von dort durch Kurven, Gleitpassagen und sogenannte Korkenzieher mit Beschleunigungskräften von bis zu 3G über den Park fliegen. „Innovationen finden nicht nur im technischen Bereich statt. Wir arbeiten ständig daran, neue Einsatzmöglichkeiten für unsere Produkte zu finden“, setzt Ekkehard Assmann auf die Kraft der Ideen.

Mit dem Aufbruch nach neuen Ufern hat Doppelmayr seine weltweite Technologieführerschaft unterstrichen. Seit 2002 marschieren die Vorarlberger im Bereich der Seilbahntechnik Seite an Seite mit dem Schweizer Branchenanbieter Garaventa. Michael Doppelmayr, Vorstandsvorsitzender der Doppelmayr Holding, erklärte damals als „das Hauptziel der Fusion die Erschließung neuer Anwendungen und Märkte für die Seilbahntechnologie sowie die unbedingte Unterstützung der Seilbahnbetreiber im verschärften Wettbewerb der Tourismusdestinationen.“ Mit dem Zusammenschluss wurde die Exportund Expansionskraft der Gruppe erheblich verstärkt. Von der Fusion nicht berührt waren die Geschäftsbereiche CWA (Produzent von Seilbahnkabinen für Pendelbahn- und Umlaufbahn- Anlagen in Olten, Schweiz) und die Lagertechnik Wolfurt, die direkt unter der Doppelmayr Holding angesiedelt sind. Seit der Fusion wurde der konsolidierte Umsatz von 407 Millionen Euro im Jahr 2002 auf 581 Millionen 2006 ausgebaut. „Es war sehr wichtig, dass wir frühzeitig in die Märkte Zentral- und Südosteuropas gegangen sind. Auch die ehemaligen GUS-Staaten zeigen eine hervorragende Entwicklung. Das Wachstum der Gruppe passiert zu einem großen Teil in diesen Regionen“, erläutert Doppelmayr-Sprecher Assmann. Er verweist aber auf die weiterhin „unverzichtbare Bedeutung“ des europäischen Marktes. „In Österreich und den europäischen Kernmärkten Frankreich, Italien und Schweiz erwirtschaften wir 60 % unseres Umsatzes“. Die Doppelmayr-Gruppe beschäftigt derzeit rund 2.200 Mitarbeiter weltweit, davon 950 in Österreich.

Stadt und Land

In Österreich steht das Wolfurter Unternehmen für Lifte und Seilbahnen in praktisch allen Schigebieten. Kaum eine Bergfahrt, in der nicht das Doppelmayr-Logo von der Rückseite des vorderen Liftsessels oder Gondel prangt. Wie intensiv die technischen Entwicklungen vorangetrieben werden, zeigt sich an der Galzig-Bahn in St. Anton, die im Dezember 2006 in Betrieb ging. Die Arlbergbahnen preisen ihre 23 Millionen-Investition als „state of the art im Seilbahnbau“. Das von Doppelmayr optimierte Konzept des „Funitels“ mit hoher Windstabilität, Überwindung von großen Spannfeldern und umfassenden Transportleistungen wurde an Berg- und Talstation in ein neuartiges architektonisches Konzept des gebürtigen Tiroler Architekten Georg Driendl eingebunden. Die Gäste nehmen dabei tiefen Einblick in den kunstvoll ausgeleuchteten Maschinenpark der Seilbahn. Das „große Rad“, das die Gondeln von ebenerdiger Einstiegsebene auf Transporthöhe im Zweistockniveau hievt und vom TÜV AUSTRIA zer tifizier t wurde, wurde rasch zum neuen Symbol der Arlberger Bergbahnen AG.

Die „neue“ Standseilbahn in Mondovì Piemont

Wie vielseitig Seilbahntechnik sein kann, zeigt die Instandsetzung der alten Standseilbahn im Piemontesischen Mondovì aus dem Jahr 1886. Seit Mai 2006 ist die modernisierte Bahn nach jahrelangem Stillstand wieder ein Teil des Stadtbildes und verbindet wieder die Altstadt Breo mit der Oberstadt Piazza. Neue Standseilbahnen aus der Doppelmayr-Garaventa- Gruppe gingen 2006 auch in Istanbul und Ljubljana in Betrieb. „Wir bieten auch im urbanen und transportlogistischen Umfeld betriebswirtschaftlich sehr interessante Lösungen. Und dabei wollen wir weltweit die Besten sein“, formuliert Ekkehard Assmann die Vorgaben.

Die Ersten bei Sicherheitsrichtlinie

Im Jahr 2000 trat in Europa die neue Seilbahnrichtlinie 2000/9/EG in Kraft, die die europäischen Sicherheitsbestimmungen der Branche für Hersteller und Betreiber auf ein einheitliches Niveau heben sollte. Sie verlangt für Seilbahnen und deren Komponenten sogenannte Sicherheitsanalysen. „Die Doppelmayr Gruppe war europaweit unter den ersten Produzenten, die ihre Sicherheitskomponenten nach der neuen Richtlinie zertifizieren ließen“, freut sich Ing. Alfred Laherstorfer, Leiter des Bereichs Seilbahntechnik im TÜV AUSTRIA. Gemeinsam mit dem TÜV, der mit der Zertifizierung bis heute betraut ist, übernahmen die Vorarlberger „eine Vorreiterrolle für die gesamte Branche“, so Laherstorfer. Neben der Zertifizierung von Sicherheitsbauteilen und Teilsystemen reicht die Kooperation von der Produktentwicklung bis zur Durchführung von Abnahmeprüfungen und Werkstoffprüfungen. Für den TÜV-Techniker hat die Zusammenarbeit mit Doppelmayr einen besonderen Reiz: „Wenn man vom Technologieführer der Branche beauftragt wird, ist dies immer eine Auszeichnung – und besondere Herausforderung.“