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TÜV AUSTRIA-Experte und Ironman:

Manuel Erbers spannendes Rennen um die Medaille

 
TÜV AUSTRIA-Experte Manuel Erber hat es geschafft: Er ist Ironman und schildert das spannende Rennen hautnah auf www.tuv.at/news

Manchmal ist das Training eine echte Quälerei, besonders wenn man den Tag auch mit seiner Freundin, Familie oder Freunden verbringen könnte oder eigentlich gar keine Lust hat, schon wieder monotone Kilometer am Rad herunterzuspulen.

TRIATHLON. Das ist mein Sport, der mir viel abverlangt und mir sehr viel Freunde aber auch manchmal ein wenig Enttäuschung bereitet.

Ohne perfektes Zeitmanagement überlebt man in diesem Sport nicht lange. Man hat immer Schwimm- und Laufsachen im Auto, um schnell noch vor dem Abendessen am Heimweg sein Schwimmtraining absolvieren zu können und achtet penibel auf seine Ernährung, nur um ein wenig schneller zu werden.

Es ist einem auch seit 3 Jahren egal wie das Wetter ist oder wird. Man gehorcht brav seinem Trainingsplan und arbeitet sein Pensum ab. Doch das Wichtigste dabei ist immer, dass der Spaß nie verloren gehen darf. Ein Lächeln im Ziel ist Pflicht!

Sonntagmorgen um 4:30 Uhr klingelt der Wecker.

Ich fühle mich gut und packe noch die Sachen zurecht, die ich schon am Vortag bereitgelegt habe. Nach einer großen Schüssel Müsli zum Frühstück geht es ab nach Klagenfurt in die Radwechselzone zum letzten Check.

6:40

Über dem See liegt noch ein leichter Nebeldunst, der sich jedoch bereits großteils gelichtet hat. Ich stehe mit Neopren und Schwimmbrille am Start und warte schon angespannt auf den Startschuss.

7:00 – Startschuss

Endlich ist es soweit! Das ist der Tag auf den man so lange hingearbeitet hat. Mit einem Gefühl von unglaublicher Energie laufe ich ins Wasser und starte gut weg. Auf den ersten 300m geht es sehr heiß her und man bekommt schon etwas Prügel. Nach 1400m umschwimme ich die erste Boje und nach 2000m die Zweite. Ab 3000m sind es noch 860m im berühmt berüchtigten Lendkanal. Bei 1,5m tiefen Wasser voller Pflanzen und ringsum gesäumt mit kreischenden Zuschauern – der Höhepunkt dieser Auftaktdisziplin.

8:30

Raus aus dem Wasser und im Laufschritt angefeuert von dröhnenden Bässen und schreienden Zuschauern durch die Menge in die erste Wechselzone.

Nun gilt es, die zweite und längste Disziplin zu bewältigen – 180km Radfahren; 2 Runden a 90km mit 3 Bergen, wovon einer eine Länge von 3km und 14% Steigung besitzt.

Eine echte Herausforderung!

Die große Schwierigkeit besteht darin, sich selbst immer zurück zu nehmen. Man fühlt sich so stark und will viel zu schnell losstarten. Ständig muss man sich in den Sinn rufen, dass es noch sehr weit ist und darauf noch ein Marathon folgt – keine Energie verpulvern für unnötige Sprints.

14:30

Nach 6:10h stellte ich bei herrlichem Sonnenschein mein Rad in der Wechselzone ab. Meine Familie feuerte mich für die bevorstehenden 42km an. Ich fühlte mich ausgezeichnet!

Jetzt nur nicht übermütig werden. Der erste Kilometer muss sehr schnell gewesen sein, um die 4min oder darunter. Das war eindeutig zu schnell – dieses Tempo würde nur dazu führen, dass ich nach der Hälfte oder Früher einbrechen würde.

Jetzt schossen mir viele Gedanken und Fragen in den Kopf.

Du musst einen 10er Schnitt halten um eine Endzeit von 4h zu erreichen!

Es ist heiß und eigentlich bist du hungrig, oder doch nicht? Rede ich mir das alles nur ein? Eigentlich ist das ganze hier ja nur eine Kopfsache! Streng dich an! Du hast den Mund schon ziemlich voll genommen. Es sind viele Leute hier und sehen dir zu oder sitzen zu Hause und warten auf eine Erfolgsmeldung und sind in Gedanken bei dir. Einige Leute trauen dir das nicht zu, das schaffst du nie, jetzt erst Recht!!!

Bis 30km war alles okay aber dann. Was sich schon durch ein leichtes Ziehen im linken Wadenmuskel seit einiger Zeit bemerkbar machte wurde jetzt zur traurigen Wirklichkeit – ich bekam einen Krampf.

Ein Krampf - Der Alptraum eines jeden Athleten

Ab diesem Zeitpunkt war an gleichmäßiges, durchgängiges Laufen nicht mehr zu denken. Es folgte ein entmutigendes Marschier-Lauf-Gemisch, das mich über 30min kostete und mein Ziel von einer Endzeit unter 12h zunichte machte.

Etwa 3km vor der Finishline erblickte ich meine Fans „Mani, Hammerleistung, los jetzt du packst es, gleich ist`s geschafft, wir sehen uns im Ziel!“ Ein Gänsehautschauer lief mir über den Rücken: ich schob alle Schmerzen beiseite und lief mit unglaublicher Motivation und Energie in Richtung Finishline.

19:26 – Zieleinlauf

Der Zieleinlauf war das atemberaubendste was ich bis dato erlebt habe! Alles verschwimmt und man läuft die letzten hundert Meter so schnell einen die Beine tragen. Mit einem Sprung überquerte ich die Finishline und riss fast 3 Helfer nieder, die hinter dem Ziel mit Wasser und meiner Medaille warteten.

Gleichzeitig wurde ich mit Namen und Altersklasse angekündigt und ich hörte die Worte auf die ich so lange gewartet hatte: YOU ARE AN IRONMAN!

Klagenfurt, wir sehen uns in 2 Jahren wieder!

Manuel ERBER, 12:26h

TÜV AUSTRIA-Experte und Ironman Manuel Erber (Medizintechnik) hat im Juli 2011 in Klagenfurt die begehrte Ironman-Medaille geholt.
TÜV AUSTRIA-Experte und Ironman Manuel Erber (Medizintechnik) hat im Juli 2011 in Klagenfurt die begehrte Ironman-Medaille geholt.