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Pipelineprojekt WAG Plus 600 Loop Kirchberg – Lichtenau

 

Im Zuge eines mehrstufigenAusbauvorhabens der OMV Gas GmbH zur Erhöhung der Transportkapazität wurde entlang der bestehenden West Austria Gasleitung (WAG I) ein ca. 40,7 km langer paralleler Leitungsstrang (Loop) zwischen Kirchberg am Wagram und Lichtenau im Waldviertel errichtet.

Dazu kam der Einbau von zwei Molch- und einer Schieberstation fürWartungsarbeiten.

Die WAG I (Dimension 32“, DN 800, ausgelegt für MOP 70 bar) führt von der Gasstation Baumgarten an der March nahe der slowakischen Grenze bis zur Übergabestation Oberkappel im Mühlviertel an der deutschen Grenze. Um die Kapazitäten der Pipeline auszubauen, wurde die neue ErdgashochdruckleitungWAG II in Angriff genommen. Sie verfügt über einen Durchmesser von 48“ DN 1200 und einenAuslegungsdruck (MOP) von 90 bar.

Nach positivem Abschluss eines langwierigen UVP-Verfahrens konnte Mitte September 2007 mit den Rohrbauarbeiten und dem Bau der Stationen begonnen werden. Die Parallelleitung beginnt am Ausgang der neu errichteten Verdichterstation Kirchberg am Wagram und endet in der Molchstation Lichtenau im Waldviertel und wurde in Kirchberg und in Lichtenau in die bestehende WAG I eingebunden. Es wurden längsnahtgeschweißte Rohre DN 1200 aus speziellem Feinkornbaustahl mit einer Länge von ca. 18 m eingesetzt.

Prüfung von mehr als 2.500 Schweißnähten

Von der deutschen Rohrbaufirma wurden die Rundschweißnähte im Vorbau komplett mit Automaten hergestellt. Es wurden 5 Schweißkabinen mit je 2 MAG-Automaten eingesetzt, die Verbindungsschweißungen zwischen den vorgefertigten Rohrsträngen wurden traditionell mit E-Handschweißung und Zelluloseelektroden ausgeführt. Insgesamt wurden ca. 2.360 Schweißnähte an der Leitung DN 1200 und ca. 290 Schweißnähte bei den Stationen hergestellt.

Alle Schweißnähte wurden von Experten des TÜV AUSTRIA geprüft. Alle hochrangigen Straßen und zwei Eisenbahnen mussten mit Produktrohrpressungen gequert werden. Die Querung des Flusses Kamp wurde mit einem betonummantelten Düker ausgeführt.

Nach Abschluss der Schweißarbeiten und Durchführung der zerstörungsfreien Prüfungen wurden abschnittsweise die Druckund Dichtheitsprüfungen durchgeführt. Die einzelnen Druckprobenabschnitte wurden nach Entleerung mit Garantienähten verbunden und die Schweißnähte geprüft (100 % RT, 100 % UT und 100 % MT bzw. PT). Anschließend wurde eine Kalibermolchung der gesamten Leitung durchgeführt.

 In Betrieb

Nach Abschluss aller Prüfungen und Feststellung der Mängelfreiheit wurde die WAG II Loop Kirchberg – Lichtenau samt den Stationen Ende März 2008 in Betrieb genommen. Infolge der kurzen Bauzeit und der großen Rohrdimension (Rohrgewicht ca. 10 t) wurden hohe Anforderungen an Rohrbau- und Baufirma im Hinblick auf Personal und technische Ausrüstung gestellt. Für Rohrtransport, Rohrverlegung, Herstellung des Rohrgrabens,Herstellung und Einbringung des Dükers und Produktrohrpressungen mussten geeignete Spezialmaschinen eingesetzt werden.

Der TÜV AUSTRIA war während der gesamten Bauzeit im Auftrag der Bauherren vor Ort. Vom TÜV AUSTRIA wurden folgende Tätigkeiten durchgeführt:

  • Bauüberwachung

  • Abnahme der Leitung und der Stationen (Bauprüfungen,Druck- und Dichtheitsprüfungen, Beurteilung Kalibermolchung, Beurteilung Trocknung, Beurteilung Isolationsprüfungen)

  • Durchführung und Beurteilung der zerstörungsfreien Prüfungen (RT, UT, MT, PT)

  • Abnahme der elektrotechnischen Einrichtungen

  • Ausstellung der Abnahmedokumente

Die WAG-Erweiterung wurde nach höchsten Umwelt- und Sicherheitsstandards errichtet und wird in Zukunft genauso betrieben. In weiteren Ausbaustufen soll die WAG II parallel zur WAG I von Baumgarten bis Oberkappel durchgehend fertiggebaut werden.