Funktionsausfall bei drei Defibrillatoren:AED-Type: Schiller Fred Easy | |
Der TÜV AUSTRIA hat im Jahr 2003 drei Stück halbautomatische Defibrillatoren (AED), Fabrikat Schiller, Modell Fred Easy angekauft und in seinen Wiener Geschäftsstellen installiert.
Für diese drei Geräte wurde ein 5-Jahres-Betreuungsvertrag mit dem ABZ-Ausbildungszentrum des Wiener Roten Kreuzes geschlossen. Das vom Hersteller angegebene Intervall für Wartung und STK beträgt ebenfalls 5 Jahre!
Eine Routineprüfung im Dezember 2006 zeigte den völligen Funktionsausfall eines Gerätes auf, ohne dass dieses die Funktionsstörung signalisiert hatte. Der Vorfall wurde gemäß Medizinproduktegesetz (BGBl.-Nr. 657/1996, § 70) gemeldet.
Das Gerät wurde vom Hersteller repariert und an seinem Standort wieder in Betrieb genommen. Als Ursache wurde eine schlechte Lötstelle zur Anschlussbuchse für die Elektroden angegeben, die von der Überwachungsroutine nicht erkannt werden konnte.
Aufgrund des damaligen Vorfalls wurde nach ca. 3 Jahren, im April 2009 wieder eine freiwillige sicherheitstechnische Prüfung (STK) durchgeführt und zu unserem Entsetzen diesmal sogar die Funktionslosigkeit aller drei AEDs festgestellt.
Die Batteriekapazität lag bei den drei Geräten laut Anzeige zwischen 60% und 80%, also weit im zulässigen Bereich. Trotzdem kam es zu einem 100%-igen Geräteausfall. Es erfolgte daher umgehend eine neuerliche Vorfallsmeldung an die AGES/PharmMed.
Da vor 5 Jahren große Stückzahlen dieser Gerätetype verkauft und in/an vielen öffentlichen Gebäuden, Plätzen udgl. installiert wurden, liegt in dieser Meldung eine nicht unerhebliche Brisanz, da unter Umständen eine große Anzahl dieser Geräte betroffen sein könnte.
Empfehlung des TÜV AUSTRIA:
Aufgrund der geschilderten Feststellungen empfiehlt der TÜV AUSTRIA, an allen Defibrillatoren des Fabrikates Schiller, Type Fred Easy unverzüglich eine sicherheits- und funktionstechnische Prüfung (STK) durchzuführen bzw. durchführen zu lassen!
Ferner soll das STK-Intervall auf ein 1-jährliches Intervall reduziert werden.
Dipl.-Ing. Franz J. Fegerl
Institutsleiter