TÜV AUSTRIA SERVICES
TÜV AUSTRIA SERVICES
Deutsch
DeutschEnglisch
Login
[FooterItemText.loupe]
TÜV AUSTRIA SERVICES

Gastkommentar:

Klimawandel - was tut Österreich?

Per E-Mail versenden
 
Bundesminister Dipl.-Ing. Josef Pröll

Die UN-Klima-ExpertInnen sind sich sicher, dass der Energiehunger der Menschen und der damit verbundene Ausstoß von Treibhausgasen der Grund für die Erderwärmung ist. Und sie haben mit Nachdruck darauf hingewiesen, dass wir unseren persönlichen Lebensstil ändern müssen, wenn wir den Klimawandel in beherrschbaren Grenzen halten wollen. Was es braucht, ist die Bereitschaft jedes Einzelnen, einen Beitrag zu leisten und im Alltag auf umweltfreundliche Alternativen zu setzen.

Österreich hat sich im Kyoto-Protokoll dazu verpflichtet, seinen Ausstoß von klimaschädigenden Treibhausgasen im Zeitraum von 2008 bis 2012 um 13 % gegenüber 1990 zu verringern. Für die österreichische Bundesregierung zählt die Sicherstellung einer nachhaltigen Energieversorgung Österreichs zu den zentralen Herausforderungen der kommenden Jahre und Jahrzehnte, um dem Klimawandel wirksam gegenzusteuern. Mit der Klimastrategie haben wir die Weichen zur Erreichung dieses Ziels richtig gestellt, und mit dem Klima- und Energiefonds haben wir ein wichtiges Instrument zur Forcierung erneuerbarer Energien und zur Steigerung der Energieeffizienz geschaffen. Für die Erhöhung der Versorgungssicherheit mit Energie und die Reduktion der Importe von fossiler Energie spielen der Umstieg auf erneuerbare Energieträger, inländische Energieerzeugung, Energiesparen sowie intensive Energieforschung und neue Energietechnologien eine zentrale Rolle. Der neue Klima- und Energiefonds wird dazu wertvolle Impulse geben.

Klimakiller Nummer Eins ist der Verkehrssektor. Seit 1990 beträgt hier der Zuwachs der CO2-Emissionen 92 %.Weitere Schlüsselsektoren sind Industrie, Raumwärme und Kleinverbrauch. Hier haben wir bereits begonnen, mit ganz konkreten Maßnahmen gegenzusteuern. Seit 1. Oktober 2005 sorgt die Biokraftstoff- Richtlinie dafür, dass dem Dieseltreibstoff 2,5 % Biodiesel beigemengt wird. Ab 2008 werden es 5,75 % sein, ab 2010 soll der Anteil 10 % beantragen. Damit wird Österreich 10 Jahre vor dem Termin dieses ambitionier te EU-Ziel umgesetzt haben. Bei der Wohnbauförderung haben wir mit den Ländern einen Staatsvertrag geschlossen, der die Mittelvergabe stärker an Klimaschutzkriterien knüpft. Im Regierungsprogramm ist vorgesehen, ab 2015 nur mehr Niedrigenergie- und Passivhäuser zu fördern, die den klima:aktiv-Standard erfüllen.

Eines der wichtigsten Instrumente beim Klimaschutz ist die Umweltförderung. Über 98 % der Mittel wurden 2006 für Klimaschutzprojekte eingesetzt. Allein im März 2007 wurden rund 900 neue Klimaschutzprojekte im Inland bewilligt. Dadurch entstehen neue Biomasseeinzelanlagen, Biomassenahwärmenetze und Fernwärmeanschlüsse, und es werden betriebliche Energieeffizienz- und Energiesparmaßnahmen gefördert. Das bringt jährlich eine CO2-Einsparung von rund 450.000 Tonnen. Zur Erreichung der österreichischen Klimaschutzziele spielen auch die „Grünen Investitionen im Ausland“ für die JI/CDM-Projekte eine wesentliche Rolle. Dabei achten wir genau darauf, möglichst viel österreichische Wertschöpfung zu erzielen.

Wir müssen in Zukunft unsere gesamte Energiepolitik und unser Konsumverhalten nach neuen, nachhaltigen und klimafreundlichen Kriterien ausrichten – weltweit. Nur so werden wir unseren Kindern eine lebenswerte Umwelt sichern können.

 

Dipl.-Ing. Josef Pröll, Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft