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Klimawandel:

Im Kampf gegen den Klimawandel

 

Die Folgen des Klimawandels werden über kurz oder lang drastische Änderungen im ökonomischen und privaten Umgang mit Energie und Mobilität mit sich bringen. Der TÜV AUSTRIA verfügt über zahlreiche Dienstleistungen, die dazu beitragen, die CO2-Emissionen zu bemessen und in den Griff zu kriegen.

Ein Fachgespräch mit Dr. Klaus Radunsky verlangt nach harten Nerven. Dabei ist der Leiter der Stabsstelle Internationaler Klimaschutz im Umweltbundesamt alles andere als brachial. Aber es zählt zu seinen Aufgaben, für die Regierung Tuchfühlung zu den relevanten Klimaforschungs-Projekten in Europa und den USA zu halten. Die Fakten und Prognosen, die in seinem Büro gesammelt werden, können selbst geeichte Optimisten erschüttern.

Klaus Radunsky vertritt Österreich im Intergovernmental Panel on Climate Change, auch bekannt als Weltklimarat, zu dessen Hauptaufgabe es gehört, Risiken des Klimawandels zu beurteilen und Vermeidungsstrategien zusammenzutragen. Radunsky zählt in Sachen Klimawandel und dessen Auswirkungen zu den bestinformierten Menschen Österreichs. Seine Hauptaussage ist eindeutig: Wenn der bisherige Anstieg des CO2-Ausstosses, der unzweifelhaft als Hauptverursacher des Klimawandels identifiziert sei, ungehindert anhält, dann würden Berechnungen eine Klimaerwärmung bis 2060 von zehn Grad ergeben. Radunsky liefer t dazu einen Vergleich: Der Temperaturanstieg, der die letzte große Eiszeit schmelzen ließ, hätte gerade fünf Grad betragen. Die Auswirkungen eines zehngradigen Temperaturanstiegs binnen 50 Jahren seien in „demografischer, sozialer, politischer und ökologischer Hinsicht jenseits von Gut und Böse“. Der Leidensdruck werde irgendwann dafür sorgen, dass die „Politik um Gegenmaßnahmen nicht umhin könne“, so Radunsky. Es sei Aufgabe der Politik, dies zu entscheiden, so der Spitzenbeamte des Umweltbundesamtes im Interview mit der TÜV Times (siehe Interview).

TÜV erhöht Energieeffizienz von Unternehmen und Immobilien

Als Unternehmen mit der Kernkompetenz des Prüfens und Messens verfügt der TÜV AUSTRIA über zahlreiche Dienstleistungen, die im Kampf gegen CO2-Emissionen von steigender Wichtigkeit sein werden.

  • Verifizierung von CO2-Emissionen

  • Erstellung des „Energieausweises“ von Immobilien und Entwicklung eines Sanierungskonzeptes

  • Überprüfung des Emissionsverhaltens von Kraftfahrzeugen

 Emissionshandel – Erfahrungen bei der Verifizierung der CO2-Emissionen

Der TÜV AUSTRIA betreibt seit 2005 eine unabhängige Prüfeinrichtung zur Verifizierung der CO2-Emissionen. Dabei geht es in erster Linie um Großanlagen, die dem EZG (Emissionszertifikatsgesetz) unterliegen. In der Prüfeinrichtung, die in Österreich den größten Marktanteil hält, sind vier Experten tätig und es werden 52 Betriebe verifiziert. Die Anzahl der verifizierten CO2-Menge lag im Jahr 2006 bei 9,075.291 Zertifikaten (Tonnen CO2). In Summe lag die 2006 emittierte CO2-Menge der geprüften Anlagen um 1,8 % unter der gratis zugeteilten Menge. Generell ist in Europa in der ersten Periode eine zu hohe Zuteilung erfolgt, was sich auch im Preis der CO2- Zertifikate auswirkte, der von einem Höchstwert von ca. 38,–€ / Tonne CO2 auf derzeit ca. 0,1€ / Tonne CO2 verfiel (Stand Juli 2007). Im Rahmen der Verifizierungen für die ersten beiden Beobachtungsjahre 2005 und 2006 wurden folgende Erfahrungen gemacht:

  • Alle Emissionen konnten verifiziert werden.

  • 37 % der Verifikationsberichte für 2005 wiesen Einschränkungen auf. Hauptmängel waren, dass sich die Monitoringverfahren gegenüber der Einreichung / Genehmigung geändert hatten und Bescheide mangelhaft waren.

  • Die Unternehmen wurden aufgefordert, entsprechende Rechtssicherheit durch Bescheidänderungen zu erwirken. Verbesserungsmaßnahmen für die Monitoringverfahren wurden diskutiert.

  • Die Situation verbesserte sich daraufhin für das Beobachtungsjahr 2006, sodass nur mehr 17 % der Berichte Einschränkungen aufwiesen.

Im Hinblick auf die zweite Zuteilungsperiode 2008 -2012 herrscht in den Betrieben große Unsicherheit, da der NAP II (Nationaler Allokationsplan.) von der EU gekürzt wurde - die zuzuteilende Gesamtmenge von 32,8 Millionen Tonnen CO2 wurde um Zertifikate für 2,07 Millionen Tonnen Kohlendioxidäquivalent jährlich verringert - und sich insgesamt eine Verknappung der CO2-Zertifikate abzeichnet. Dies manifestiert sich auch im Preis für die Zertifikate für die zweite Periode, der derzeit im Bereich von 20,- bis 25,– € / CO2 liegt (Stand Juli 2007).

Der Preis von CO2-Zertifikaten fiel von ca. 38,–€ /Tonne CO2 auf derzeit ca. 0,1€ /Tonne CO2.

Für die zweite Handelsperiode ist mit neuen Monitoring Guidelines zu rechnen, die auch in nationales Recht umgesetzt werden. Diesbezüglich wird es in zahlreichen Fällen notwendig sein, neue Bescheide zu erwirken. Somit ergibt sich die Möglichkeit bisherige Erfahrungen einfließen zu lassen und Mängel zu beheben. Der TÜV AUSTRIA wird dabei seinen Kunden auf jeden Fall mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Europäischer Energieausweis wird den Immobilienmarkt beeinflussen

Die EU hat mit der Gebäuderichtlinie und dem europäischen Energieausweis ein Erfolg versprechendes Instrumentarium entwickelt, die Energieeffizienz von Immobilien zu steigern. Die Bundesländer, als Zuständige für die Wohnbauförderung, stellen ihre Fördersysteme auf Energieeffizienz um. Vorrangig werden jene Objekte gefördert, für die eine energiesparende Bauweise nachgewiesen wird. Der TÜV AUSTRIA hat ein System ausgearbeitet, um Immobilenverwalter, die einen größeren Gebäudebestand verwalten, bei der Beschaffung und Verwaltung von Energieausweisen zu unterstützen und Möglichkeiten von zusätzlichem Nutzen aufzuzeigen.

Das Angebot des TÜV AUSTRIA

  • Energieausweis (Bestand)

  • Sanierungskonzept (Betrachtung von allen Gebäudeteilen)

  • Wirtschaftlichkeitsberechnung (Önorm B 8110- Teil 4)

  • Energieausweis (Sanierter Zustand)

  • Thermografie

  • Einreichunterlagen für Förderung

Palmen statt Kastanienbäume im Wiener Prater.

Reduktion der Verkehrsemissionen

Für Diesel-Neuwagen sollen ab September 2009 in der EU strengere Abgasnormen, sowohl für Stickoxide (NOx) als auch für Feinstaub gelten. Der Grenzwert für den Partikelausstoß wird um vier Fünftel gesenkt. Mit den derzeit üblichen offenen Filtersystemen lasse sich die Menge ausgestoßener Russpartikel um 30 % senken. Mit geschlossenen Systemen, die in Neufahrzeugen zum Einsatz kommen, sei eine Minderung um mehr als 90 % möglich. Der TÜV AUSTRIA wurde vom Bundesministerium für Innovation, Technik und Verkehr beauftragt, sowohl mit mobilen Prüfzügen als auch in Prüfhallen flächendeckend für ganz Österreich, den Verkehr auf der Straße hinsichtlich der Abgasemissionen und der Verkehrsund Betriebssicherheit zu überprüfen. In mehr als 60.000 Prüfungen pro Jahr soll auch die Forderung der Richtlinie 2000/30/EG, über die technische Unterwegskontrolle von Nutzfahrzeugen, die in der Gemeinschaft am Straßenverkehr teilnehmen, umgesetzt werden. Die Richtlinie zielt darauf ab, im Interesse der Verkehrssicherheit und des Umweltschutzes Nutzfahrzeuge auf den Straßen der EU durch technische Kontrollen auf ihren Wartungszustand zu überprüfen.

 

Ing. Ludwig Pointner, DI Leopold Schöggl, DI Walter Bussek