TÜV AUSTRIA SERVICES
TÜV AUSTRIA SERVICES
English
EnglishGerman
Login
[FooterItemText.loupe]
TÜV AUSTRIA SERVICES

Innovation & Wissenschaft:

Stand der Technik

 

Eine unkomplizierte Kärntner Erfindung verspricht Rettung für Menschen, die in Hochhäusern von Flammen eingeschlossen wurden. Der TÜV Österreich hat die Entwicklung geprüft – und selbst installiert.

Österreichische Erfindergeschichten finden ihren Anstoß im Alltag. Gerold Angermann sah Fernsehnachrichten, als ihn ein Bericht erschütterte, in dem eine Frau beim Fluchtversuch aus einem brennenden Hochhaus verunglückte. Sie kam dabei unglücklich zu Tode. Für den Kärntner aus Spittal/Drau war es unverständlich, dass für derartige Sicherheitsfragen keine einfache und sichere Lösung existiert. Die Erkenntnis war der Beginn einer Reise, die etliche Jahre später zu einer international beachteten Rettungstechnologie und einem eigenen Unternehmen führte.

Sicherheitstechnik für Private und Profis

Angermann leitet heute die S.A.L. International Arbeitsicherungs- und Rettungssysteme GesmbH, ein junges österreichisches Unternehmen, das sich auf die Entwicklung und den weltweiten Ver trieb von Lebensrettungs- und Arbeitssicherungssystemen spezialisier t hat. Nach mehrjähriger Entwicklungsarbeit sind das S.A.L. Selbstrettungssystem „RG2“ für Haushalte, Krankenhäuser oder Hotels und das S.A.L. Profi-Rettungssystem „RG1“ für Feuerwehr, Polizei oder Bergwacht serienreif. Sämtliche Komponenten der Produktreihe wurden nach EU-Normen durch den TÜV Österreich geprüft und für den gesamten EU-Raum zertifiziert. Die Lebensretter sind bis zu einer Abseilhöhe von 300 Meter und einem max. Körpergewicht von 150 kg zugelassen. Auch ungeübte Betroffene können sich mit dem System bestehend aus Rettungsoverall, Abseilbremse, Seil und Anschlagpunkt aus eingeschlossenen Räumen abseilen.

Flucht meist unmöglich

Bei Hausbränden in mehrgeschossigen Häusern sind die Fluchtwege durch starken Rauch oder Feuer meist abgeschnitten. Der Sprung aus dem Fenster darf als der allerletzte Ausweg gelten – mit den bekannten Risiken. Die Rettungstechnologie von S.A.L. International beruht auf einem der Bergsteigertechnik entlehnten und weiterentwickelten Prinzip der Abseiltechnik mit Seilbremse. Das Rettungssystem “RG2” für den Endverbraucher besteht im Wesentlichen aus drei Teilen:

1. Der Anschlagpunkt

Dabei handelt es sich um eine im Fensterrahmen fix montierte Vorrichtung mit Schnalle. Im Bedarfsfall wird die Schnalle durch leichten Fingerdruck nach links oder rechts aus der Arretierung gelöst und aufgeklappt. Die Schnalle öffnet sich und das Rettungssystem kann eingehakt werden. Bei der Montage ist natürlich die notwendige Vorsicht geboten. Ein Anschlagpunkt ohne ausreichende Befestigung im Mauerwerk macht wenig Sinn. Detaillierte Beschreibungen in der Gebrauchsanleitung geben den notwendigen Hinweis für jede Form des Mauerwerks, egal ob Beton, Vollmauerwerk (Ziegel) oder Holz.

2. Rettungsgerät “RG2” incl. Rettungsseil

Das Rettungsgerät “RG2” ist mit zwei voneinander unabhängig magnetisch gesteuerten Fliehkraftbremsen ausgestattet. Sie erlauben das kontrollierte Abseilen für Laien auch in schwierigen Situationen. Die Abseilgeschwindigkeit liegt dank der Fliehkraftbremsen bei ca. 0,6 m/sec – und das unabhängig vom Belastungsgewicht. Es sind sowohl Einzelabseilungen als auch Abseilungen von mehreren Personen im Pendelverkehr möglich. Voraussetzung, um das Rettungsgerät im Pendelverkehr nutzen zu können, sind allerdings zwei Rettungsoveralls. Das Rettungssystem „RG1” ist für den Einsatz bei professionellen Rettungsdiensten konzipiert. Es ist zusätzlich mit zwei offenen Augenschrauben ausgestattet. Wird das nicht belastete Seilende über die offene Augenschraube geführt, so kann die Abseilgeschwindigkeit jederzeit durch den Retter geregelt werden. 3. Der Rettungsoverall Im Notfall wird der Rettungsoverall wie eine Jacke angezogen und der Reißverschluss geschlossen. Er verfügt über aufgenähte Gurte, die stark genug sind, die beim Abseilen auftretenden Kräfte abzufangen. Der Karabiner des Abseilgerätes wird in die zwei eingenähten Ringe im Brustbereich eingeklinkt und sorgt für den sicheren Halt. Der Rettungsoverall in Signalfarbe wird ausnahmslos als Rettungsgurt zum Abseilen von Personen verwendet. Die Overalls sind auch für Kinder ab 8 – 10 Jahren verfügbar.

So funktioniert es

Die S.A.L.-Rettungstechnologie wird in einer Kombibox (ca. 47 x 36 x 15 cm) in unmittelbarer Nähe zum potentiellen Fluchtweg aufgehoben. Eine Lagerung im Keller oder im Abstellraum macht aus naheliegenden Gründen wenig Sinn. Wenn der Notfall eintritt, wird das Rettungsgerät in den bereits montierten Anschlagpunkt über dem Fenster eingehakt. Nach Anziehen des Rettungsoveralls und Einhaken des Rettungsseils beim Rettungsoverall setzt sich die Person auf das Fensterbrett und rutscht hinaus. Das Abseilen geschieht automatisch und in kontrollierter Geschwindigkeit. Nach erfolgter Landung wird der Rettungsoverall ausgezogen und wieder in den Karabiner am Seil eingehängt (Pendelverkehr).

Einsatzbereiche

Die Verwendungsgebiete für die Kärntner Entwicklung sind grenzenlos. Es wurden bereits ganze Wohnblöcke von Wohnbaugenossenschaften, Krankenhäuser, Bürogebäude, private Haushalte im In- und Ausland mit diesem System ausgestattet. Auch Bergbahnen haben in ihren Seilbahnen bereits auf das S.A.L.-System zurückgegriffen. Als österreichische Erfindung wird das Rettungsset von S.A.L. International auch in Österreich gefertigt. Der Produzent, die Firma Mark Metallwarenfabrik mit Sitz in Spital/ Pyhrn produziert die Rettungsgeräte und die Anschlagpunkte mit höchstem, technischen Know-how und auf höchstem internationalen Standard. Mark zählt zu den führenden europäischen Herstellern von Kleinmetallwaren und gilt europaweit als Spezialist für Tiefziehtechnik. Der TÜV Österreich hat das System nicht nur geprüft, sondern ist von der Entwicklung des jungen Unternehmens auch überzeugt. Der TÜV Österreich hat das Rettungssystem an seinen eigenen Standorten in Gebrauch. Es geht auch um Sicherheit in eigenen Dingen.

 

Kontakt:

S.A.L. International Arbeitsicherungs- und Rettungssysteme GesmbH
Körner Straße 19
9800 Spittal an der Drau
Tel.: +43 (0) 4762 35930
e-Mail: office@sal-int.com
www.sal-int.com