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Innovation und Wissenschaft:

Schallemissionsprüfung: Mehr Sicherheit im Transportwesen

 

Durch den Transport von die Umwelt gefährdenden Gütern im Schiffs-, Schienen- und Straßenverkehr kommt es immer wieder zu Umweltschäden, Gefährdung von Menschenleben und Sachbeschädigung in Millionenhöhe.

Ursache dafür sind neben menschlichen Fehlern häufig Korrosionsschäden oder Ermüdungsrisse bei Transportmitteln. Die TÜV AUSTRIA SERVICES GMBH entwickelt im Rahmen des EU-weiten Forschungsprojektes CORFAT eine kontinuierlich arbeitende Überwachungseinrichtung für Schiffe, Schienen- und Straßentransportfahrzeuge, die auf Basis der Schallemissionsprüfung arbeitet. Dadurch wird künftig auf kostengünstige Weise eine frühzeitige Erkennung allfälliger negativer Auswirkungen von Korrosions- bzw. Ermüdungsschäden möglich. Parallel dazu werden die Grundzüge für standardisierte Vorgangsweisen bei der Zustandsbeurteilung geschaffen und allfällige Methoden zur Nachprüfung untersucht.

Bei der Schallemissionsprüfung messen piezoelektrische Sensoren Schallwellen im Material, die durch Veränderung im Bauteil (Risse) bzw. dem Auftreten von aktiven Korrosionsprozessen in Metallen ausgesendet werden. Diese Schallwellen können kontinuierlich elektronisch erfasst, permanent aufgezeichnet und automatisch ausgewertet werden, wobei computergestützt dauernd der momentane Zustand des Transportmittels analysiert wird. Im
Vergleich zu zeitabhängigen Intervallprüfungen ist bei diesem Verfahren eine erhöhte Betriebssicherheit gewährleistet, da Fehlstellen zum Zeitpunkt ihres Auftretens erkannt und analysiert werden.

Ein weiterer Vorteil der permanenten Anwendung der Schallemissionsprüfung ist, dass im Zuge der Überwachung keine Betriebsunterbrechung notwendig wird. Es laufen keine Mehrkosten wegen zusätzlicher Stehzeiten auf. Dies ergibt vor allem bei Transportschiffen ein großes Einsparungspotential. Aber auch die Stopps für die Landfahrzeuge stellen oft ein logistisches und ökonomisches Problem dar.

Internationale Zusammenarbeit für innovative Technologie

Das Unternehmen TÜV AUSTRIA SERVICEGMBH bringt als Koordinator des EU-weiten F(orschung)+E(ntwicklung) Projektes-CORFAT seine mehr als 30-jährige Erfahrung in der Anwendung von Schallemissionsprüfungen ein. CORFAT steht für „Cost effective corrosion and fatigue monitoring for transport products“ (kostengünstige Überwachung von Transportfahrzeugen und Schiffen auf Korrosions- bzw. Ermüdungsschäden). In diesen 30 Jahren hat sich der TÜV AUSTRIA zum führenden Institut in Europa auf dem Gebiet der Schallemissionsprüfung entwickelt. Erfahrung als Koordinator von EU-weit durchgeführten Forschungsvorhaben hat der TÜV AUSTRIA schon im 5. EU-Rahmenprogramm im Projekt über die Korrosionsprüfung an Öltankern gesammelt, bei dem eine auf akustischer Basis arbeitende Methode zur Feststellung von Korrosionen in Öltankern entwickelt wurde. Die weiteren 10 Projektpartner für das CORFAT-Projekt wurden auf Basis ihrer Expertise auf dem Gebiet der Prüfung und Überwachung auf dem allgemeinen Gebiet des Schiffs-, Schienen und Straßentransportes ausgewählt, wobei drei Partner schon in oben erwähntem Öltanker-Projekt mitarbeiteten.

Besonderes Augenmerk wurde darauf gelegt, dass neben Prüfinstituten auch der europäisch führende Anlagenhersteller für Schallemissionsprüfgeräte und die weltweit führende Klassifizierungsgesellschaft für Öltanker in das
Projekt eingebunden wurden. Wesentliche Partner sind auch Universitäten, die das Basiswissen für Schiffsbau und Konstruktion von Straßentransportfahrzeugen einbringen konnten.

CORFAT, das sich im Gegensatz zum Vorprojekt sowohl mit Korrosion als auch mit Ermüdungsrissen beschäftigt, hat einen allgemeinen Ansatz für alle Transportmittel und soll nicht nur eine Prüfungsmethode, sondern insbesondere eine Überwachungsmethode entwickeln. Das Projekt umfasst ein Gesamtbudget von etwa 4,200.000,- Euro, wobei ca. 2,800.000,- Euro aus den europäischen Fördertöpfen fließen. Die Differenz wird von den Projektteilnehmern getragen.

Sicher unterwegs in Europa

Das Hauptziel des Projekts ist die Entwicklung eines Prototyps für ein Schallemissionsprüfgerät, das im Schiffs-, Schienen- und Straßenverkehr eingesetzt werden kann. Zusätzlich wird bei den Transportmitteln die Möglichkeit der Überwachung mittels Schallemissionsprüfung während des Betriebes untersucht.

Vorerst werden im Labor die Anforderungen an Geräte und die Auswertebasis ermittelt, um sodann die Anwendbarkeit an Transportmitteln (Schiffe, Eisenbahnwagen, Straßentransportfahrzeuge) zu testen. Auf Basis der
Überwachungsergebnisse und eines daraus entwickelten Bewertungsverfahrens soll festgestellt werden, wann beispielsweise der Zeitpunkt für Reparaturen oder zusätzliche Prüfungen gekommen ist. Die möglichen Nachüberprüfungsmethoden werden auf ihre Anwendbarkeit unter den speziellen Umständen untersucht. In weiterer Folge ergeben sich aus dem Projekt wertvolle Erkenntnisse im Hinblick auf die allgemeine Standardisierung technischer Überwachungs-Prozedere bei Transportmitteln.

Dipl.-Ing. Peter Tscheliesnig
TÜV AUSTRIA SERVICES GMBH