Portrait:Sichere Energieversorgung für Wien |
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Wien Energie versorgt zwei Millionen Menschen mit Strom, Gas oder Fernwärme. Der größte heimischeLandesversorger und der TÜV AUSTRIA beschreiten seit Jahrzehnten gemeinsame Wege.
Endes des Jahres war es nach dem Rückgang der Öl- und Benzinpreise ruhig geworden an der Front der europäischen Energieversorgung. Bankenkrise und Rezessionsszenarien überdeckten die ständige Diskussion um Öl, Strom und Gas. Die thematische Wende erfolgte am 7. Jänner: Der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine hievte das Thema „Energie“ erneut in die Schlagzeilen. Der russische Lieferstopp über 13 kalte Jännertage war in seiner Dauer und Entschiedenheit bislang einmalig – die Folgen in vielen Staaten und Städten unmittelbar spürbar : In Sofia und Sarajewo saßen die Bewohner bei -10 Grad Außentemperatur in ungeheizten Heimen.
Anders in Wien: Die Betroffenheit der Bürger beschränkte sich auf das Lesen der Zeitungen. Häuser und Wohnungen blieben warm. „Wir haben aus dem ersten russisch-ukrainischen Gaskonflikt unsere Schlüsse gezogen“, begründet Wien Energie-Geschäftsführer Mag. Robert Grüneis die Gelassenheit, mit der Österreichs Energieversorger auf den fast zweiwöchigen Totalentzug des russischen Gases reagierten. Zu Neujahr 2006 hat Russland die Lieferungen nach Europa für drei Tage um rund ein Drittel reduziert. Im Vergleich zum russischen Erdgaslieferstopp 2009 war dies ein bloßes Geplänkel. Aber die Erfahrung genügte, um die heimischen Energiemanager aufzurütteln. Die einst unverbrüchlich scheinende Liefertreue der Russen wurde nicht länger als gegeben hingenommen. „Wir haben seither massiv in Speicherkapazitäten investiert“, berichtet Grüneis. In Österreich können derzeit über 2,5 Mrd. m3 Erdgas bevorratet werden, was rund einem Drittel des Jahresbedarfes entspricht. Bis 2011 soll das Gesamtspeichervolumen durch weitere Investitionen auf 4,2 Mrd. m3 Erdgas anwachsen – mehr als 50 % des heimischen Jahresbedarfes. Die Speicherkosten für soviel Vorrat entsprechen einem satten zweistelligen Millionen Eurobetrag.
Wien Energie ist durch eine 15,7 Prozent-Beteiligung an Österreichs derzeit größten Speicherbetreiber EconGas an diesen Bemühungen beteiligt (der zweite große Speicheranbieter ist die Rohöl-AufsuchungsAG (RAG). „Wien
Energie war hervorragend auf den Notfall vorbereitet“, so Grüneis. Bis zu drei Monaten hätten Österreichs Erdgasvorräte ohne die russischen Einspeisungen jedenfalls ausgereicht.
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| Absorbtionskältemaschine in „TownTown“ für die Produktion von Fernkälte |
Als größter heimischer Landesenergieversorger ist Wien Energie dafür verantwortlich, dass in Summe rund zwei Millionen Menschen in und um Wien täglich Strom, Gas und Wärme zur Verfügung stehen. Versorgungssicherheit ist ein Kriterium der Lebensqualität und der Standortattraktivität. „Unsere Kunden müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Unternehmen und Wohnungen auch dann mit Strom und Gas versorgt werden, wenn es über Wochen -10 Grad hat oder kurzfristige Produktionsengpässe auftreten“, so der Geschäftsführer von Wien Energie.
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| Kraftwerk Donaustadt |
Der Versorger produziert Strom zu etwa 86 % in den kalorischen Kraftwerken an den Standorten Simmering, Donaustadt und Leopoldau. Eines der wichtigsten aktuellen Projekte ist dabei „Repowering Simmering“: Mit einem Investitionsvolumen von rund 300 Mio. Euro wird das Kraftwerk Simmering 1 und 2 zu einem der modernsten und umweltfreundlichsten Kraftwerksanlagen Europas umgebaut. Simmering 1 wird als hochmoderne Dampfturbinen-Anlage mit einer elektrischen Leistung von 700 Megawatt bei einer Fernwärmeleistung von 450 Megawatt neu errichtet. Der Wiener Landesversorger erreicht damit eine Eigenerzeugungsquote bei Strom von rund 75 %.
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| Wald-Biomassekraftwerk Simmering |
Jeder moderne Energieversorger muss sich heute mit dem Thema Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit auseinandersetzen.Sonne, Wasser und Wind sind Energielieferanten, die es über neue Technologien verstärkt zu nutzen gilt. Bis 2010 soll die Stromproduktion aller „Ökoenergieanlagen“ verdreifacht werden: Die Inbetriebnahme des Windparks in Levél in Ungarn war 2008 ein wesentlicher Schritt, dieses Ziel zu erreichen. Das bislang herausragendste Einzelprojekt zum Ausbau der regenerativen Industrieproduktion wurde 2006 in Betrieb genommen: Europas größtes Wald-Biomasse-Kraftwerk in Wien Simmering ging ans Netz. Es versorgt mittlerweile 48.000 Haushalte mit Strom und 12.000 Haushalte mit Wärme. Pro Jahr werden hier rund 190.000 Tonnen Wald-Biomasse in saubere Energie umgewandelt – unter Berücksichtigung der ausgekoppelten Fernwärme erzeugt das Kraftwerk eine Strommenge von 167 Gigawattstunden jährlich. Der spezielle Vorteil: Als so genannter „klimaneutraler Energieträger“ setzt Holz bei der Verbrennung nie mehr CO2 frei, als der Baum vorher aufgenommen hat.
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Der Energieverbrauch für Klimageräte wird sich bis 2020 verdoppeln. Die Tendenz zu verstärkter Klimatisierung erhöht die Emission fluorierter Kohlenwasserstoffe (FKW) und ähnlich schädlicher Treibhausgase. Ab 2009 ist
daher die Verwendung von FKW in Klimaanlagen gänzlich verboten. Wien Energie bietet dazu eine Alternative: Fernkälte. Dabei wird die Abwärme aus den bestehenden kalorischen Kraftwerken bzw. der Abfallverbrennung in Kältezentralen umgewandelt. Fernkälte-Anlagen brauchen im Vergleich wesentlich weniger Strom als konventionelle Klimaanlagen, und auch die verursachten CO2-Emissionen liegen weit darunter. Außerdem produzieren Fernkälte-Anlagen weniger Lärm, sind in der Wartung günstiger und setzen keine Treibhausgase frei. In Wien wird diese zukunftsweisende Technik bereits in allen Gebäuden des Stadtentwicklungsgebiets „Town-Town“ im 3. Bezirk eingesetzt, ab Sommer 2009 wird auch das Wiener AKH über Fernkälte klimatisiert. Geschäftsführer Grüneis: „Energie ist ein Thema, das unsere Zukunft bestimmen wird. Unser Unternehmen wird dabei im Ballungsraum Wien ein wesentlicher gestaltender Faktor sein.“
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| Mag. Robert Grüneis, Direktor Wien Energie |
Wien Energie und der TÜV AUSTRIA arbeiten bereits über Jahrzehnte an Projekten in Fragen der Sicherheit und Qualität zusammen. Wiederkehrende Prüfungen an den Gasregelstationen, die den Gasdruck von Pipelineniveau auf Endverbrauchertauglichkeit reduzieren und sämtliche sicherheitstechnischen Prüfungen in den Kraftwerken werden von den Ingenieuren des TÜV AUSTRIA durchgeführt. „Bei Neuprojekten wie dem Biomasse-Kraftwerk oder dem Repowering-Projekt in Simmering führen Experten des TÜV Prüfungsdienstleis- tungen – von der Erstabnahme bis zu den regelmäßigen Inspektionen – aus“, unterstreicht Dipl.-Ing. Gerhard Höltmann, Leiter des Geschäftsbereiches Druckgeräte, die enge Partnerschaft zwischen TÜV und Wien Energie. Auch andere TÜV-Geschäftsbereiche wie Maschinen-, Hebe- und Fördertechnik oder Werkstoff- und Schweißtechnik arbeiten für Wien Energie. Gerhard Höltmann: „Es besteht eine jahrzehntelang erprobte Basis des Vertrauens zwischen beiden Unternehmen. Darauf kann man bauen.“
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| Wasserkraftwerk Freudenau |
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